Cherubim
in der Bibel
Bilder
von Cherubim
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möchte ich, dass Cherubim nichts mit den Sphynxen aus
der altägyptischen Kultur gemeinsam haben! Auch haben
sie gar nichts mit dem Engelkult, der heutzutage betrieben
wird, zu tun!
Cherubim - dies sind die vier Wesen, die dem Thronsaal Gottes
am nächsten sind. Symbolisch stellen sie die vier Evangelien
dar. Sie sind vor allem im Buch Hesekiel (Hesekiel 1.5-11)
und der Offenbarung beschrieben.
"Und die erste Gestalt war gleich
einem Löwen, und die zweite Gestalt war gleich einem
Stier, und die dritte Gestalt hatte ein Antlitz wie ein Mensch,
und die vierte Gestalt war gleich einem fliegenden Adler."
Offenbarung 4.7-8
Cherub/Cherubim (akkadischer Name: aus karibu = Bitter, Fürbitter)
im Alten Testament Geist-Wesen in unmittelbarer Nähe
Gottes, ihm unterworfen und mit verschiedenen Diensten beauftragt
(z.Bsp. Wächteramt, Gen 3.24). Sie zeigen die Gegenwart
Gottes an. Daher wird auch die Formel "der über
den Cherubim thront" (1. Sam. 4.4; 2.Könige 19.15;
Psalm 99.1) gebraucht. In Gotteserscheinungen sind die Cherubim
die Träger Gottes (Psalm 18.11). "Cherub" heisst
pflügen. Es gibt verschiedene Cheruben, so stellte "Satan"
in der Bibel den höchsten Cherub, den "Wächter-Cherub"
dar, der infolge seines Sturzes gestürzt und fortgeschleudert
wurde (Jesaja.14.12.-20).
Erstmals kann man diesen Wesen im Alten Testament, im Buch
des 2. Mose begegnen, wo die Israeliten Cherubim in Zeltwände
der Stiftshütte einwoben. Wände und Türen wurden
mit Cherubimdarstellungen verziert und Statuen aufgestellt.
Die Cherubim stellten den Spiegel der Herrlichkeit Gottes
dar.
weitere
Bibelstellen (klick)
Jedes der vier Wesen, Löwe, Stier, Mensch und Adler,
symbolisieren die vier Evangelien.
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Löwe:
Matthäus-Evangelium
- Symbol für Macht
- Apostolischer Stil
- Beispiel aus Bibel: Bergpredigt |
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Stier:
Markus-Evangelium
- Symbol für Diener
- kurzer, dynamischer Stil
- Beispiel aus Bibel: |
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Mensch:
Lukas-Evangelium
- Symbol für Arzt
- genauer Stil
- Beispiel aus Bibel: Heilungen |
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Adler:
Johannes-Evangelium
- Symbol für Prophetie
- prophetischer, transzendenter Stil
- Beispiel aus Bibel: Taufe Jesu |
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Nachwort aus der Wuppertaler-Bibelübersetzung
Die
Vierzahl der Wesen weist gewiss hin auf die grosse Gerichtsvision
in Hesekiel 1. Aber die vier Cheruben dort haben es
mit den vier Himmelsrichtungen zu tun, eine Beziehung,
die in der Offenbarung (4. Kapitel) abgestreift wird
(vorn Süden; hinten Norden; links Westen und rechts
Osten).
Ferner ist
in Hesekiel 1 jeder der vier menschengestaltigen Cheruben
viergesichtig. Sie tragen, um bestimmte Eigenschaften
zu vergegenwärtigen, die vier Gesichter der vier
edelsten Vertreter der Schöpfung. Dagegen tragen
die vier Wesen in Offenbarung 4 jeweils nur ein Gesicht.
Schliesslich fehlt in Offenbarung gegenüber Hesekiel
1 die ausführliche Schilderung der Körper,
Hände, Beine, Flügel, Füsse, der Fortbewegung,
der Schnelligkeit und des Geräusches. An die Stelle
eines verwirrend unruhigen Eindruckes ist eine erhabene
Vereinfachung getreten.
Vor allem aber
nähern sich die vier Wesen durch ihre Funktion
unverkennbar den Seraphen von Jesaja 6. Weder tragen
noch bewegen sie wie die Cheruben einen Thronwagen.
Sie befinden sich ja auch nicht unter, sondern vor dem
Thron. Und sie sind nicht stumm, sonden halten wie die
Seraphe, denen sie auch in der Sechszahl der Flügel
gleichen (anders Hesekiel 1) das Gotteslob aufrecht.
Die Schilderung ihres Aussehens wird durch den Hinweis
auf ihre Augenfülle eingerahmt, die ihnen bei ihrer
sonstigen Verschiedenheit gemeinsam war: Voller Augen
vorn und hinten. Und das erste Wesen gleicht einem Löwen,
das zweite einem Stier, das dritte einem Menschen und
das vierte Wesen gleicht einem fliegenden Adler. Über
diese vielen Augen rätselt nur der moderne Leser.
Damals konnten sie unerläutert bleiben. Wenn der
antike Mensch unter dem sternenübersäten Nachthimmel
stand, von allen Seiten angeblitzt, war der Gedanke
an einen allsichtigen und allwissenden Gott nicht fern.
Und umgekehrt, wenn die Gottheit vorgestellt wurde,
lag die Rede von den vielen Augen nahe. Darum gehören
diese Augenübersäten eng zum Wesen Gottes.
Während Gott selbst nicht in dieser Welt anschaulich
wird, stellen diese Gestalten seine Majestät vor
Augen. Dazu gehören sein erhabenes Wissen und Gegenwärtigsein
über allem Geschehen dieser Welt (Augenfülle),
aber auch seine überlegenen Kräfte und Wirkungen
(Löwe, Stier, Adler, Mensch). Merkwürdigerweise
werden diese höchsten Thronrepresäntanten
nicht nur gern als Represäntanten der Schöpfung,
sondern auch noch ausserdem der niederen Schöpfung
gedeutet. Einzige Stütze dazu mögen die Tiervergleiche
abgeben, in der Reihe aber doch für das dritte
Wesen nun der Mensch auftaucht. Vor allem ist es unstatthaft,
durch den einen Umstand, alle Hinweise des Textes, die
auf einer ausserordentlichen Vorrangstellung der Wesen
hinauslaufen, umzustossen. Die Tiere sind gewiss hier
Sinnbilder, aus der Schöpfung, aber deswegen doch
nicht für die Schöpfung, sondern für
grosse göttliche Macht.
Der Vorrang
der vier Wesen ergibt sich aus ihrer Stellung aus ihrer
Augenfülle, aus ihrer Vorbeter-Funktion und aus
ihrer Einschaltung in die wichtigen Vorgänge der
Herrschaftsausübung des Lammes. Sie sind Engelwesen
des innersten Thronbereiches und (abgesehen vom Lamm)
das Gottnächste, was Johannes schaut.
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